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Das Münchner Landgericht hat entschieden, dass Influencerin Cathy Hummels keine Schleichwerbung macht. Der Grund lautet: Für jeden Nutzer auf Instagram –  und die Richterin – sei ersichtlich, dass der Account von Hummels einen kommerziellen Zweck habe. Ähnlich wie bei gedruckten Medien ist es demnach die Meinungsführerin auf Social Media erlaubt, auf Produkte zu verweisen und diese auch zu präsentieren. Cathy Hummels war vom Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) abgemahnt worden.

Das Statement von Cathy Hummels auf IGTV: “Ein Sieg für uns alle”

https://www.instagram.com/tv/Bw1zRYCFZi-/?utm_source=ig_web_copy_link

Cathy Hummels äußert sich im Post als „sehr, sehr happy“ darüber, dass die Klage vom Verband Sozialer Wettbewerb abgewiesen wurde. Sie freut sich „unglaublich“ und hatte schon „Bammel“, weil es ja nicht allen Influencerinnen bisher so ergangen sei. Es sei Hummels‘ Anspruch, dafür zu kämpfen, dass Blogger und Influencer anerkannt werden und Gesetze erlassen werden, die sie und den Berufsstand der Influencer schützen. Sie und ihr Anwalt Oliver Moser werden „alles dafür tun“, damit Meinungsführer nicht mehr „diese hohen Gerichtskosten“ tragen müssen, die aufgrund der ständigen Abmahnungen des VSW entstehen würden.

https://www.instagram.com/p/Bw1bizogKA3/?utm_source=ig_embed

Der Instagram – Account von Hummels dient kommerziellen Zwecken

Die Vorsitzende Richterin Monika Rhein am Landgericht München erklärte in ihrer Urteilsbegründung, dass der Account von Cathy Hummels auf Instagram unbestritten kommerziell sei. Die Ehefrau von Mats Hummels (FC Bayern München) verfügt über einen verifizierten Instagram-Account, dem 485.000 User folgen. Dass diese Menschen nicht alle Hummels‘ Bekannte und Freunde sein könnten, sei deutlich. Außerdem führte Richterin Rhein aus, dass Hummels‘ diesen Account auf „privat“ hätte stellen können, wenn es hier nur um den Austausch innerhalb des Freundeskreises ginge.

Selbe Werbemaschinerie wie ein Printmedium

Richterin Rhein gibt Hummels‘ Account, der auf Instagram ihre Follower mit Lifestyle, Yoga und Destinationen unterhält, dasselbe Gewicht wie einem online agierenden Printmedium. Diese verlinken ebenso wie Hummels auf Produkte und Brands. Somit unterliegt der Verband Sozialer Wettbewerb im Fall Hummels. Dieser hatte der Influencerin vorgeworfen, in 15 Fällen in ihren Posts, Stories und Clips Kleidungsstücke zu tragen, die nicht den Zusatz #werbung bzw. „bezahlte Partnerschaft“ erhalten haben.

Dies sei auch nicht notwendig gewesen, denn laut Hummels sei in 14 der 15 besagten Fälle kein Geld der Mode-Brands an die Fashion-Influencerin geflossen. Hummels wirbt beispielsweise für Parsa Beauty und kennzeichnet diese Kooperation wie vorgeschrieben mit dem Zusatz „bezahlte Partnerschaft“:

https://www.instagram.com/p/Bwy2loJg80Y/?utm_source=ig_embed

Aber auch Mode, ihr eigenes Fitness-Programm bei Gymondo oder mietbare Luxus-Villen in Kroatien werden von Hummels – korrekt mit Kennzeichnung – in Szene gesetzt:

https://www.instagram.com/p/BwzWfU2gxrI/?utm_source=ig_web_copy_link
https://www.instagram.com/p/BwusOeyg3XF/?utm_source=ig_embed

Geht der Verband sozialer Wettbewerb gegen das Urteil vor?

Weder Kläger noch Beklagte waren in München anwesend, demnach ist zur Zeit unklar, ob der Verband Sozialer Wettbewerb dieses Urteil anfechten wird. Richterin Rhein machte bereits in der Verhandlung im Februar deutlich, dass Verlinkungen gegen kein Gesetz verstoßen. Damit stellt sich München auch gegen die Landgerichte in Berlin und Osnabrück, die zuvor das Gegenteil ausgerufen hatten.

Präzedenzfall für weitere Abmahnungswellen gegen Influencer?

Der Verband Sozialer Wettbewerb hat alle Hände voll zu tun: Auch Pamela Reif, die auf ihrem Instagram-Account beinahe 10-mal so viele Follower wie Hummels vorweisen kann – 4,2 Millionen Menschen haben den Kanal von Reif abonniert – wurde vom VSW abgemahnt. Die bezahlten Kooperationen bei Fitness-Influencerin Reif sind vielfältig, wie beispielsweise mit der Brand hejnatural, die sie werbewirksam auf den Malediven präsentiert:

https://www.instagram.com/p/BwSTpyol9QZ/?utm_source=ig_embed

Im Prozess, den Pamela Reif im März verloren hatte, erwirkte der Verband Sozialer Wettbewerb gegen die 22-jährige Karlsruherin, dass sie keine Verlinkungen zu Brands mehr in den Posts setzen darf, wenn die besagten Beiträge nicht als #werbung bzw. bezahlte Kooperation gekennzeichnet seien. Reifs Anwalt zieht mit dem Urteil in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht und scheut auch nicht den Weg bis zum Bundesgerichtshof – um einen Präzedenzfall für alle Influencer zu schaffen.

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